Alle Kinder sind Muslime

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Die Theologie des Kindes

Auf dem Buchcover sind zwei Kinder abgebildet. Ein sitzendes Mädchen, gelehnt an einen stehenden Jungen. In einer Sprechblase über ihrem Kopf steht: ?Wo ist Allah?? Der Junge führt fragend den rechten Zeigefinger an den Mund und über ihm tut sich die Frage auf: ?Liebt Gott Kinder mehr, als sich selbst?? So sind beide in Gedanken versunken und philosophieren über Gott und die Welt. Das Cover ist farbig und lebhaft gestaltet und auch die Schrift ist sehr locker und einladend. Doch ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis enthüllt, dass dieses Buch sich deutlich von anderen abhebt. Jedes der vier Kapitel trägt den Namen eines Kindes. Nein, nicht eines Kindes. Es sind die Kinder des Autors und deren Geschichten, welche ihr Vater Ali Özgür Özdil 14 Jahre lang zusammen trug und nun in diesem Buch veröffentlicht. Ich habe mit Vielem gerechnet, aber nicht mit einem so persönlichen Buch. Ich musste bereits beim ersten Satz lachen: ?Papa, ist Gott oder die Dinosaurier größer?? Als ich vor kurzem ein Gespräch zwischen meiner Tochter und meiner Frau hörte, in dem mein Kind erwiderte: ?Aber die Dinosaurier sind doch sooo groß?, fühlte ich einen Bezug zu diesem Buch. Und dieser Bezug zog sich wie ein roter Faden durch alle Kapitel hindurch. Oft drehen sich die Fragen um Gott, wie Er ist und wo Er sich befindet oder warum man Ihn nicht sehen kann. Doch oft gleitet ein ?theologisches Gespräch? ab in die weite Philosophie des Kindes.

Religion kindgerecht zu vermitteln, ist nicht leicht.

Im Nachwort schreibt der Autor nun das, was jeder Leser und alle Eltern nur bestätigen können: ?Religion kindgerecht zu vermitteln, ist nicht leicht?. Zwar wird das Antworten auf die vielen Fragen des eigenen Kindes nach dieser Lektüre nicht leichter, aber nun weiß man wenigstens, dass man mit all diesen kleinen und großen Fragen nicht alleine dasteht. Ali Özgür Özdil möchte niemanden in seinem Buch belehren oder ?den richtigen Erziehungsstil? vorgeben. Sein Buch gleicht einem seichten Ratschlag, der einem hilft, auf einige Fragen zu antworten. Doch dieses Buch ist viel mehr als das. Es ist für den Leser nichtmuslimischen Glaubens auch ein Einblick in das Alltagsleben einer muslimischen Familie. Erklärend und einfach sind die kurzen Erlebnisse, welche jeweils kaum mehr als zwei Seiten beanspruchen. Auch sind oft viele Erlebnisse, die der Autor mit seinen Lesern teilt, unabhängig voneinander zu lesen.

Allgemein ist das Buch sehr verständlich geschrieben und an manch einer Stelle hielt es Ali Özgür Özdil dann für wichtig, in einer Fußnote den Sachverhalt erklärend darzulegen. Für jeden mag dieses Buch interessant sein, doch richtet es sich mehr an Eltern, seien sie Muslime oder nicht.

Ich liebe Allah

Oft sind diese kleinen Geschichten mit den großen Fragen herzerweichend und berühren einen. Es fällt einem leicht, sich alles bildlich vorzustellen und das macht dieses Buch so lebendig. Doch es mahnt auch und regt dazu an, Selbstreflexion zu betreiben. So lustig und schön die Geschichten auch sind, sollte nicht vergessen werden, welche Aufgabe den Eltern, die ja selbst voller Sünden sind, auferlegt wurde. Sie dürfen, da Gott sie dazu bestimmte, ihre Kinder, welche sünden- und schuldlos sind, erziehen. Könnten wir Eltern hinter diesen göttlichen Plan blicken, würden wir vielleicht vor Liebe dahinschmelzen. Wie kostbar ist die Zeit mit unseren Kindern, die leider viel zu schnell verfliegt und auch viel zu oft verschwendet wird. Dieses Buch zu lesen, ist gewiss keine verschwendete Zeit. Es zu verschenken mit Sicherheit auch nicht. Es macht Lust auf mehr und diese Lust wird teilweise durch die kleine Bibliographie im Anhang befriedigt.

Gebundene Ausgabe: 180 Seiten
Verlag: PLURAL Publications (März 2015)
Sprache: Deutsch

ISBN-13: 9783944441047

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